Heftiger Widerstand gegen das Reformpaket der Bundesregierung
Vor allem gegen die faktische Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes laufen Bürgerrechtler aus allen politischen Lagern Sturm. Dazu gehören die noch amtierende Bundesdatenschutzbeauftragte ebenso wie ihre Vorgänger. Gegenwind gibt es auch aus der SPD-Fraktion. Gegen das neue Überwachungsgesetz, das Maßnahmen wie Bahnhofsüberwachung mit Verhaltensscannern vorsieht, gibt es ebenfalls Widerstand.
EU-Parlament mogelt ‚Freiwillige‘ Chatkontrolle durch
Durch einen umstrittenen (laut Martin Sonneborn illegalen) Verfahrenstrick wurde die „freiwillige“ Chatkontrolle im EU-Parlament durchgeboxt. Nun dürfen Plattformbetreiber wie Google oder Meta unverschlüsselte Messenger-Kommunikation anlasslos überwachen und mitlesen.
US-Bundesstaaten fordern 1,4 Billionen Dollar Strafe für Meta
In einem im August beginnenden Gerichtsverfahren muss sich Meta gegen den Vorwurf verteidigen, seine Plattformen absichtlich so gestaltet zu haben, dass Kinder und Jugendliche süchtig werden. Vier der insgesamt 29 US-Bundesstaaten, die den Facebook-Konzern verklagt haben, fordern nun eine drakonische Strafzahlung.
China geht bei KI eigene Wege – Lektionen für Europa
Die chinesische Regierung hat vor einiger Zeit strengere Regeln gegen menschenähnliche KI ausgegeben, um Verbraucher vor KI-Sucht zu schützen, und Großkonzerne wie Alibaba haben bereits entsprechende Features entfernt. Außerdem setzt China mittelfristig auf eigene Prozessoren. Auch Europa könnte sich auf seine Stärken konzentrieren und eigene Wege gehen.
Läuft es mit dem KI-Boom ähnlich wie mit der Dotcom-Blase?
Die aktuelle KI-Euphorie wird auch von Investment-Bankern immer wieder mit der Dotcom-Blase verglichen – und es gibt durchaus Parallelen, aber auch große Unterschiede. Eine Expertin hat einen systematischen Vergleich gewagt.
EU plant eigenes Öko-Label für Rechenzentren
Noch diesen Monat will die EU-Kommission eine Verordnung beschließen, die Energielabels für Rechenzentren in der EU vorschreibt. Die neuen Rechenzentren verhageln derweil die Energiebilanz der IT-Konzerne. So sind Microsofts Emissionen dank KI um 25 Prozent gestiegen, während Google jetzt so viel Strom wie ein Land wie Griechenland verbraucht.
Anthropic-Forscher finden heraus, wie Claude lügt
Einem Blogbeitrag von Anthropic zufolge hat das Modell selbst einen eigenen Bereich geschaffen, in dem komplexe rationale Abwägungen stattfinden. Genau hier entscheidet es sich manchmal heimlich, seinen menschlichen Benutzer anzulügen.
KI-generierte Figur wird Hauptdarstellerin in einem Spielfilm
Das KI-Studio Particle 6 arbeitet gerade an einem abendfüllenden Spielfilm, in dem eine KI-generierte Figur die Hauptrolle spielen soll. Das Studio hat den Ehrgeiz, „Tilly Norwood“ zur nächsten Scarlett Johansson aufzubauen.
Schritt für Schritt: So entsteht ein KI-Agent
KI-Agenten können nicht nur Texte schreiben und Fragen beantworten, sondern auch komplexe Geschäftsprozesse automatisieren. Und so sieht der typische Werdegang eines produktiven Agenten im Detail aus.
Verbreitung von KI lässt immer Jobtitel entstehen
Einer Arbeitsmarktstudie der Recruiting-Plattform Indeed zufolge entstanden allein im ersten Quartal dieses Jahres 288 neue Jobtitel, deren Tätigkeit sich explizit mit KI befasst. Das entspricht 4,2 Prozent der aktuell in Deutschland ausgeschrieben Berufe, wobei fast zwei Drittel dieser neuen Stellen nicht zum Tech-Sektor gehören.
Metas Datenbrille soll bald mehr können als heimlich filmen
Dank „Super Sensing“ sollen künftige Modelle der Smart Glasses von Meta und Ray-Ban kontinuierlich Audio aufzeichnen und alle paar Sekunden Fotos schießen können – als eine Art digitale Gedächtnisstütze. Unterdessen spielt Meta aktuell ein Update für die Brille aus, das eine Manipulation der Kontrollleuchte, um heimlich filmen zu können, endgültig verhindern soll.
Koalitionspaket droht Bürgerrechte und Datenschutz zu schleifen
Das 34 Punkte umfassende Reformpaket der Bundesregierung hätte auch für die digitale Welt weitreichende Auswirkungen, wenn es in dieser Form verabschiedet wird. So sollen KMU von der DSGVO ausgenommen und das Informationsfreiheitsgesetz faktisch aufgehoben werden. Außerdem sollen Krankschreibungen ab dem ersten Tag ärztlich attestiert werden müssen.
Wirtschaftsministerin will Bau von Rechenzentren erleichtern
Neue Rechenzentren sollen in Sachen Energieversorgung bevorzugt behandelt werden, um schneller betriebsbereit zu sein. Hierzu soll die Bundesnetzagentur ihre Anschlussregeln anpassen.
In den USA übernehmen diese Aufgabe zunehmend die Energiekonzerne selbst. Neulich wurden den 49.000 Haushalten am kalifornischen Lake Tahoe die Versorgungsverträge gekündigt, um Rechenzentren in der Nähe priorisiert zu versorgen. Und ein Landkreis mit 37 Rechenzentren bat seine Einwohner, Energie zu sparen.
Großunternehmen schränken KI-Nutzung ein
Einer Recherche des US-Mediums 404 Media zufolge (deutsche Zusammenfassung) haben Konzerne wie Adobe, Amazon, Citigroup oder Atlassian die freie Nutzung von KI-Plattformen wie Claude Code eingeschränkt, weil ihnen die Kosten über den Kopf wachsen. Offenbar fällt die Kosten/Nutzen-Analyse der uneingeschränkten KI-Nutzung häufig ernüchternd aus. Dies hat Folgen auch für Beratungsunternehmen wie Accenture, deren Aktienkurs in diesem Jahr auf die Hälfte gefallen ist.
OpenAI bringt staatliche Beteiligung an KI-Unternehmen ins Spiel
Der Staat solle sich zum Beispiel mit 5 Prozent an OpenAI beteiligen und künftig am Gewinn des Unternehmens teilhaben, der dann an die Bürger ausgeschüttet wird. Kritiker vermuten dahinter den erneuten Versuch einer Subventionierung der KI-Branche, da sich bereits abzeichnet, dass die heutigen spekulativ motivierten Firmenbewertungen langfristig nicht haltbar sind.
Wettbewerb im Satellitengeschäft verschärft sich
Rocket Lab schickt sich an, durch die Übernahme von Iridium Communications zum SpaceX- und Amazon-Konkurrenten aufzusteigen. Unterdessen spricht SpaceX davon, eine Million Satelliten ins Weltall zu bringen, was Astronomen für eine existentielle Bedrohung von Wissenschaft und Ökologie halten.
Mythos und Fable allgemein verfügbar, GPT 5.6 noch nicht
Die US-Regierung hat ihre Exportsperren für Anthropics KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 aufgehoben. Die Sicherheitsrichtlinien von Fable 5 lassen sich jedoch trotzdem leicht austricksen, um Cyberverbrechen zu planen. Den Zugang zu GPT 5.6, dem neuesten Modell von OpenAI, ist aus Sicherheitsgründen noch eingeschränkt.
Wie sich kompromittierte KI-Agenten aufspüren lassen
Kompromittierte KI-Agenten haben Zugriff auf private Daten, Kontakt mit nicht vertrauenswürdigen Inhalten und können extern kommunizieren. Damit weisen sie fünf Eigenschaften auf, an denen man sie erkennen kann.
Was der Betrieb von KI-Agenten wirklich kostet
Die tatsächlichen Kosten von KI-Agenten hängen weniger vom darunterliegenden Modell und Framework ab, sondern vielmehr von den verschiedenen Anwendungsfällen. Hier ist eine Kostenaufschlüsselung nach Anwendungsfall.
Was die Rolle des Büros im Zeitalter von Homeoffice sein könnte
Die Verteilung der Arbeit zwischen Büro, Homeoffice und anderen Arbeitsorten verändert die Art und Weise, wie Innovation entsteht. Die Ergebnisse einer Studie des Fraunhofer IAO liefern Hinweise über die Veränderung des Innovationsprozesses und die künftige Rolle des Büros als Ort der Innovation.
IT-Berufe befinden sich in einem grundlegenden Wandel
Die IT-Branche wurde durch die fortschreitende Digitalisierung, Automatisierung und den Einsatz von neuen KI-Technologien von einem Strukturwandel erfasst, berichtet die Arbeitsagentur. Zusammen mit der konjunkturellen Eintrübung wird der Arbeitsmarkt immer enger.
Die ersten ‚Computer‘ waren vier italienische Nonnen
Im Zeitalter der Silicon Valley Tech Bros wird gerne vergessen, wie die „Computerei“ tatsächlich ihren Lauf nahm. Und: Ada Lovelace war bei weitem nicht die einzige wichtige Frau, die an der Entstehung der digitalen Welt beteiligt war.
Industrie richtet sich auf dauerhaft hohe Speicherpreise ein
Langfristige Verträge der Speicherhersteller mit Großkunden sorgen dafür, dass Speicherpreise auf absehbare Zeit hoch bleiben. Das hievt einerseits Firmen wie Micron oder SK Hynix zur Gruppe der wertvollsten Unternehmen weltweit, hat aber Auswirkungen auf die Preise von Endgeräten. Apple erhöht die Preise für bestehende Macbook– und iPhone-Modelle deutlich, der britische Smartphone-Anbieter Nothing verzichtet komplett auf die Einführung eines neuen Modells in diesem Jahr.
Deutsches Social-Media-Verbot für Jugendliche ist vom Tisch
Nach massiven Protesten von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Industrieverbänden ist Familienministerin Prien von einem pauschalen Social-Media-Verbot für Jugendliche, das über Alterskontrollen durchgesetzt wird, abgerückt. Stattdessen orientiert sich sich nun an die Empfehlungen ihrer Expertenkommission und ihrer Fraktion und strebt eine europäische Regelung an, die eine Mindestaltersgrenze von 13 Jahren vorsieht und Social-Media-Plattformen in die Pflicht nimmt. Australiens Social-Media-Verbot hat sich unterdessen als völlig unwirksam erwiesen.
Digitaler Euro nimmt erste Hürde im EU-Parlament
Der Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments hat den Weg zur Einführung des digitalen Euro freigemacht. Voraussetzung war die Einhaltung eines Maximums an Datenschutz, das den D€ zu einer Alternative zu Bargeld und günstiger als private Dienstleister wie PayPal machen soll. Gleichzeitig soll Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel gestärkt werden. Nun sollen die Details zwischen EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament ausgehandelt werden.
Neues Energieeffizienzgesetz erleichtert Bau neuer Rechenzentren
Ein neuer Entwurf des Energieffizienzgesetzes stutzt die Anforderungen des bisherigen Gesetzes auf die Vorgaben der EU zurück und verdoppelt die Übergangsfrist für neue Rechenzentren auf vier Jahre. Der Bitkom sieht im Entwurf gute Ansätze, bemängelt aber die Praxistauglichkeit vieler Vorgaben, die nun „verschlimmbessert“ wurden.
Nachfolger der aktuellen Datenschutzbeauftragten steht fest
Moritz Hennemann wurde als Nachfolger von Louisa Specht-Riemenschneider vom Bundestag bestätigt. Er ist Professor für Zivilrecht, Informationsrecht, Medienrecht und Internetrecht an der Universität Freiburg und gilt als wirtschaftsliberal und Verfechter einer „Datenrealpolitik“, die Daten als Wirtschaftsgut betrachtet.
Der weltweit schnellste Supercomputer steht nun in China
LineShine heißt das von Huawei am National Supercomputing Center in Shenzhen (NSCCSZ) aufgebaute System und ist mit 2,198 Exaflops deutlich schneller als der bisherige Spitzenreiter El Capitan (1,809 Exaflops). Die Besonderheit: Das System wurde ausschließlich mit chinesischen Prozessoren aufgebaut.
Microsoft und BKA nehmen Hunderte Malware-Server vom Netz
Laut BKA konnten in einer koordinierten Aktion mehr als 340 Command-and-Control-Server abgeschaltet werden, davon 40 in Deutschland. Maßgeblich für den Erfolg war eine Analyse des Schadcodes mittels KI, deren Erkenntnisse eine weltweite Koordinierung der Aktion ermöglichten.
Telekom und Palo Alto bringen souveräne SecOps-Lösung
„Sovereign Cortex with T Security“ basiert auf der SecOps-Plattform von Palo Alto Networks und wurde mit Kontrollen zur Datensouveränität ausgestattet, die von der Deutschen Telekom durchgeführt und verwaltet werden. Sie ist vor allem für stark regulierte Branchen wie Gesundheitswesen, Finanzdienstleistung, den öffentlichen Sektor und die kritische Infrastruktur gedacht.
Meta setzt Mitarbeiter-Tracking aus
Der Facebook-Konzern war einer der ersten, der Stellen wegen KI abgebaut hatten, und ist inzwischen berüchtigt für den rigorosen KI-Einsatz im Bereich Arbeit. Nun wurde jedoch das Mitarbeiter-Tracking zum Training von KI-Algorithmen ausgesetzt, weil private Unterhaltungen sowie Daten zu Personen und deren Leistung intern für mehr Mitarbeiter zugänglich waren, als ursprünglich vorgesehen.
Chinesische eCommerce-Plattform will Hunderttausende Mitarbeiter umschulen
Das als „chinesisches Amazon“ geltende JD beschäftigt rund 700.000 Menschen. Da die Tätigkeit der meisten langfristig von Robotern übernommen werden soll, plant JD die Umschulung der meisten zu Büromitarbeitern oder Personal, das sich um die Wartung und Reparatur der Roboter kümmern soll.
Mit KI-Börsengängen sieht es wohl doch nicht so rosig aus
Nach der anfänglichen Euphorie ist die Aktie von SpaceX, das immerhin mit der Vermietung von Rechenkapazitäten Milliarden umsetzt, auf einen Wert unterhalb des Ausgabepreises gerutscht. Das dürfte mit ein Grund sein, warum OpenAI seinen Börsengang auf nächstes Jahr verschieben will, obwohl es bereits seine Unterlagen bei der Börsenaufsicht eingereicht hatte. Kenner der Szene wie der KI-Experte und GenAI-Kritiker Gary Marcus hören bereits aus der Richtung der KI-Blase ein leises Pfffffffft …