Die Vorratsdatenspeicherung kehrt zurück
Nach einem Beschluss der Bundesregierung sollen Provider künftig per Gesetz verpflichtet werden, IP-Adressen von deutschen Internetanschlüssen ohne konkreten Anfangsverdacht drei Monate lang zu speichern. Nun muss der Bundestag darüber entscheiden.
Justizministerin stellt neues Gewaltschutzgesetz vor
Das neue Gesetz sieht ein härteres Vorgehen gegen strafbare Online-Postings und Deepfakes vor. Für sexualisierte Deepfakes drohen bis zu zwei Jahre Haft. Auch Doxing sowie digitales Mobbing, Stalking, Cybergrooming oder das unerwünschte Versenden pornografischer Bilder werden als Delikte im Gesetzentwurf erwähnt.
EU-App zur Altersverifizierung binnen Minuten gehackt
Ein Sicherheitsexperte hat die App analysiert und auf X gezeigt, wie man sie in zwei Minuten kompromittieren kann. Sein Fazit: sensible Daten sind ungeschützt im Gerät gespeichert, die biometrische Authentifizierung ist mit einem Klick deaktivierbar. In diesem Zustand sei die App ein „Katalysator für einen gewaltigen Datenabfluss“.
Politisches Manifest von Palantir wirft Fragen auf
Die 22 Thesen des Manifests, das diese Woche auf X/Twitter veröffentlicht wurde, machen deutlich, warum Palantir staatlichen Behörden Überwachungsinstrumente und KI für militärische Zwecke ohne jegliche moralische Einschränkungen an die Hand gibt. Unterdessen plant Digitalminister Wildberger europäische Alternativen zu Palantir und der Datenschutzbeauftragte von NRW geht mit dem neuen Polizeigesetz des Landes hart ins Gericht.
Wechsel an der Spitze von Apple
Tim Cook wird nach fast 15 Jahren an der Spitze des Konzerns sein Amt als CEO an John Ternus abtreten. Ternus diente die letzten Jahre als Hardware-Chef, war die treibende Kraft hinter dem MacBook Neo und gilt als entscheidungsfreudiger als sein Vorgänger.
KI-Anbieter stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen
Die schnell steigende Nutzung von KI-Diensten hat Microsoft und Anthropic veranlasst, die Verfügbarkeit einiger Dienste einzuschränken und ihre Leistungspakete neu zu konfigurieren. Auch die Einschränkung kostenloser Dienste Scheit wahrscheinlich.
Mythos macht Anthropic bei US-Regierung wieder hoffähig
Vertreter der US-Regierung haben sich mit Anthropic-Chef Dario Amodei getroffen, um über den Einsatz der Sicherheits-KI Mythos zu sprechen. Über letztere wird spekuliert, dass sie bereits von der NSA eingesetzt wird. Unterdessen wurde bekannt, dass eine kleine Gruppe unbefugter Nutzer sich schon sehr früh Zugang zu Mythos verschafft hatte.
Gegen den Bau von KI-Rechenzentren formiert sich Widerstand
In Berlin fand eine erste Konferenz von Aktivisten statt, die den Bau riesiger Rechenzentren auf Kosten der Lebensqualität kleiner Gemeinden verhindern wollen. In den USA hat zum ersten Mal das Parlament eines US-Bundesstaats ein vorübergehendes Verbot für den Bau neuer Rechenzentren (€) erlassen.
Auch die Intelligenz von Roboter-KI stammt aus Entwicklungsländern
Physical AI war das große Thema auf der diesjährigen Hannover Messe. Doch auch das Training von humanoiden und Produktionsrobotern wird, wie dies bei generativer KI der Fall ist, überwiegend in Billiglohnländern durchgeführt – von jenen Arbeitern, die danach von Robotern ersetzt werden.
Meta will 10 Prozent seiner Mitarbeiter entlassen
Wie am Donnerstag durch eine konzerninterne E-Mail bekannt wurde, will der Facebook-Konzern 8.000 Beschäftigte entlassen und 6.000 derzeit unbesetzte Stellen streichen. Das gesparte Geld soll in Investitionen in KI fließen.
iPhone-Recycling: Bei Apple geht noch was
In drei verschiedenen Anlagen, eine davon im niederländischen Breda, zerlegt Apple Altgeräte und gewinnt dadurch teure Rohstoffe. Über die Auslastung der Anlagen spricht der Konzern nicht, lässt aber vermuten, dass da noch einiges ginge – wenn nur die Verbraucher ihre Altgeräte zurückgeben würden.
EU-Kommission bringt App zur Altersverifizierung
Um nationalen Alleingängen und Wildwuchs zuvorzukommen, hat die EU-Kommission eine europäische App zur Altersverifizierung entwickeln lassen. Damit ließen sich in der Praxis auch Social-Media-Verbote für Jugendliche durchsetzen. Experten stellen die Sinnhaftigkeit einer solchen App in Zweifel und kritisieren ihren Umgang mit persönlichen Daten.
Bundesnetzagentur führt Minderungsrecht für Mobilfunk ein
Die Bundesnetzagentur veröffentlichte ein Regelwerk, mit dem Verbraucher bei schlechter Netzabdeckung eine Preissenkung oder eine Sonderkündigung bei ihren Providern geltend machen können. Hierfür schrieb die Behörde Schwellen fest, von denen an der Minderungsanspruch greift.
Amazon macht Starlink Konkurrenz
Durch die Übernahme von Globalstar, eines US-Anbieters für Satellitenkommunikation, baut Amazon sein eigenes Satellitennetzwerk aus und wird zu einem ernsthaften Konkurrenten für Starlink. Das gemeinsame Netz soll Verbrauchern und Unternehmen „lückenlose Konnektivität“ über Satellit bieten.
Hohes Misstrauen gegenüber chinesischen und US-Unternehmen
Laut einer europaweiten Umfrage des US-Magazins Politico trauen 84 Prozent der Befragten US-Unternehmen keinen verantwortungsvollen Umgang mit ihren persönlichen Daten zu. Gegenüber chinesischen Unternehmen liegt das Misstrauen sogar bei 93 Prozent. Unterdessen werden auch die „souveränen Clouds“ der US-Hyperscaler in der Presse kritisch betrachtet.
Molotov-Cocktail und Schüsse auf das Haus von Sam Altman
Nach einem sehr ausführlichen, aber wenig schmeichelhaften Portrait des CEO von OpenAI im US-Magazin New Yorker wurde dessen Haus Ziel zweier Angriffe. Einer der mutmaßlichen Täter wurde festgenommen und soll Verbindungen zu einer KI-kritischen Organisation haben.
DeepL bringt Voice-to-Voice Simultanübersetzung
Das deutsche KI-Startup, dessen Übersetzungstool inzwischen international genutzt wird, hat eine Voice-to-Voice Simultanübersetzung vorgestellt, die in Plattformen wie Teams oder Zoom integrierbar sein soll.
Anthropic stellt Claude-Erweiterung für Word vor
Die Erweiterung ermöglicht unter anderem die Analyse von Text und Kommentaren, Bearbeitung und Korrektur, semantische Navigation sowie die automatische Befüllung von Vorlagen mit Inhalten. Es ist die dritte Erweiterung für Office nach Excel und PowerPoint.
EU-Forschung: Social Media ohne Suchtgefahr ist möglich
Die EU sollte in ihrem Streben nach digitaler Souveränität neue Geschäftsmodelle im digitalen Raum entwickeln, die besser mit der Demokratie vereinbar sind, fordert eine neue Studie der Forschungsstelle der EU-Kommission. Heutige Geschäftsmodelle begünstigen Inhalte, die negativ, emotional und konfliktgeladen sind und die Demokratie bedrohen.
Was Menschen bei der Arbeit wirklich leitet
Das Fraunhofer IAO hat zusammen mit der Uni Bochum und dem MSB Medical School ein empirisch fundiertes Modell entwickelt, das Arbeitswerte systematisch erfasst – Überzeugungen darüber, was im Arbeitskontext erstrebenswert ist. Diese lassen sich gezielt nutzen, um mitunter Jobs zu definieren und Führungsstile zu prägen.
Der CISO – vom Sicherheitschef zum Transformationsmanager
IT-Sicherheit ist zu einem strategischen Kernbereich geworden, der jenseits der Sicherheit des Geschäftsbetrieb hinausreicht. Für Chief Information Security Officers (CISOs) bedeutet dies einen grundlegenden Rollenwandel.
Mark Zuckerberg klont sich selbst als KI-Bot
Medienberichten zufolge mischt Facebook-Chef Mark Zuckerberg selbst bei den KI-Projekten von Meta mit und verbringt fünf bis zehn Stunden pro Woche mit dem Programmieren von KI-Projekten. Mitunter soll er an der Entwicklung eines KI-Avatars von sich selbst beteiligt sein, das seinen Mitarbeitern Gespräche und Feedback bieten soll, um die Bindung zum Unternehmen und zu ihm persönlich als CEO zu fördern. Ob der „Zuck Bot“ auch gekündigte Mitarbeiter trösten soll, ist nicht bekannt.
USA wollen bei EU-Kartellverfahren mitreden
Die EU-Kommission hat ein neues Gremium gegründet, das die Umsetzung von EU-Digitalgesetzen wie dem Digital Services Act mit der US-Regierung abstimmen soll. Im Gegenzug wollen die USA der EU bei Einfuhrzöllen entgegenkommen. Der Einfluss der US-Regierung macht sich bereits seit einiger Zeit durch eine drohende Verwässerung des KI-Gesetzes der EU bemerkbar.
Social-Media-Verbot in Deutschland kaum durchsetzbar
Während immer mehr EU-Länder die Einführung von Social-Media-Verboten beschließen (zuletzt Spanien, Österreich, Frankreich und Griechenland), findet ein neues Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags eine ähnliche Maßnahme in Deutschland als schwer durchsetzbar, weil sie gegen die Verfassung verstoßen würde.
Digitalministerium stellt Gesetzentwurf für digitale Brieftasche vor
Das Gesetz soll die „Europäische Brieftasche für die Digitale Identität“ (EUDI Wallet) der EU implementieren und regelt Zuständigkeiten, technische Umsetzung und laufenden Betrieb. Eine „Experimentierklausel“ erlaubt dem Digitalministerium neue Verfahren zu erproben, mit denen auch Jugendliche ab 12 Jahren die EUDI Wallet nutzen können, um sich auszuweisen.
OpenAI erreicht irrwitzige Valuierung
Der Betreiber von ChatGPT hat sich eine Finanzierungsrunde von 122 Milliarden Dollar zu einer Unternehmensbewertung von 852 Milliarden gesichert. Der aktuelle Jahresumsatz von OpenAI wird auf 10 bis 20 Milliarden geschätzt, die Verluste belaufen sich auf 12 Milliarden pro Quartal. Zugleich sind keine entscheidenden Wettbewerbsvorteile gegenüber Google und Anthropic auszumachen.
Perplexity gab vertrauliche Chats an Google und Meta weiter
Der KI-Suchmaschine wird in einer Sammelklage vorgeworfen, über Jahre hinweg Millionen Chat-Verläufe an Google und Meta weitergegeben zu haben, egal ob die Nutzer eingeloggt, nicht eingeloggt oder im Inkognito-Modus waren.
Anthropics ‚Mythos‘ revolutioniert Schwachstellensuche
Laut einer Mitteilung des Unternehmens soll das KI-Modell, das speziell für die Fehlersuche in Software optimiert wurde, so gut sein, dass es Anthropic vorerst nicht veröffentlicht. Stattdessen wurde es Tech-Schwergewichten wie Microsoft, Apple, Google, Amazon und anderen zur Verfügung gestellt, um ihre eigene Software zu überprüfen. BSI-Chefin Plattner sieht durch Tools wie Mythos auch Fragen der nationalen Sicherheit in Deutschland berührt.
Open-Source ist dank KI im Aufwind
Die Beiträge von quelloffenem Code haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht, während sich der Schwerpunkt auf zukunftsweisende Technologien verlagert, darunter Kubernetes, Observability, Platform Engineering und KI in der Produktion.
Qualitätssicherung von KI-generiertem Code wird vernachlässigt
Unternehmen investieren viel Geld in KI-Tools für die Software-Entwicklung, doch das schafft ein Ungleichgewicht im Verhältnis zur Qualitätssicherung des Codes. Die gesteigerte Code-Produktion erzeugt eine unüberschaubare Menge an Änderungen, die potenziell Risiken bergen.
Wenn KI-Agenten wirklich autonom werden …
Während der Einsatz von KI-Agenten am Arbeitsplatz steigt, warnen Experten Unternehmen vor Agenten in ihrer Eigenschaft als „überprivilegierte Insider“, die große Schäden anrichten können. Zwei neue Studien (Zusammenfassungen hier und hier) konkretisieren die Gefahren.
Euro-Office als souveräne MS-Office-Alternative
Eine Allianz aus mehr als einem Dutzend führender europäischer Organisationen entwickelt Euro-Office als Open-Source-Alternative zu Microsoft Office. Technische Basis ist das quelloffene OnlyOffice aus Lettland, das besonderen Wert auf Kompatibilität zu Microsoft-Formaten legt.
Microsoft Copilot „dient ausschließlich Unterhaltungszwecken“
So steht es wörtlich in den Nutzungsbedingungen zu Microsoft Copilot für Privatpersonen seit Oktober 2025, doch erst neulich ist die Formulierung auch Fachmedien aufgefallen. Ob Microsoft damit seinen KI-Assistenten auf das Niveau von Karl Klammer degradiert, dürfte zweitrangig sein. Hauptsache, das Unternehmen wird nicht verklagt, weil Copilot irgendwas herbeihalluziniert hat.