Koalitionspaket droht Bürgerrechte und Datenschutz zu schleifen
Das 34 Punkte umfassende Reformpaket der Bundesregierung hätte auch für die digitale Welt weitreichende Auswirkungen, wenn es in dieser Form verabschiedet wird. So sollen KMU von der DSGVO ausgenommen und das Informationsfreiheitsgesetz faktisch aufgehoben werden. Außerdem sollen Krankschreibungen ab dem ersten Tag ärztlich attestiert werden müssen.
Wirtschaftsministerin will Bau von Rechenzentren erleichtern
Neue Rechenzentren sollen in Sachen Energieversorgung bevorzugt behandelt werden, um schneller betriebsbereit zu sein. Hierzu soll die Bundesnetzagentur ihre Anschlussregeln anpassen.
In den USA übernehmen diese Aufgabe zunehmend die Energiekonzerne selbst. Neulich wurden den 49.000 Haushalten am kalifornischen Lake Tahoe die Versorgungsverträge gekündigt, um Rechenzentren in der Nähe priorisiert zu versorgen. Und ein Landkreis mit 37 Rechenzentren bat seine Einwohner, Energie zu sparen.
Großunternehmen schränken KI-Nutzung ein
Einer Recherche des US-Mediums 404 Media zufolge (deutsche Zusammenfassung) haben Konzerne wie Adobe, Amazon, Citigroup oder Atlassian die freie Nutzung von KI-Plattformen wie Claude Code eingeschränkt, weil ihnen die Kosten über den Kopf wachsen. Offenbar fällt die Kosten/Nutzen-Analyse der uneingeschränkten KI-Nutzung häufig ernüchternd aus. Dies hat Folgen auch für Beratungsunternehmen wie Accenture, deren Aktienkurs in diesem Jahr auf die Hälfte gefallen ist.
OpenAI bringt staatliche Beteiligung an KI-Unternehmen ins Spiel
Der Staat solle sich zum Beispiel mit 5 Prozent an OpenAI beteiligen und künftig am Gewinn des Unternehmens teilhaben, der dann an die Bürger ausgeschüttet wird. Kritiker vermuten dahinter den erneuten Versuch einer Subventionierung der KI-Branche, da sich bereits abzeichnet, dass die heutigen spekulativ motivierten Firmenbewertungen langfristig nicht haltbar sind.
Wettbewerb im Satellitengeschäft verschärft sich
Rocket Lab schickt sich an, durch die Übernahme von Iridium Communications zum SpaceX- und Amazon-Konkurrenten aufzusteigen. Unterdessen spricht SpaceX davon, eine Million Satelliten ins Weltall zu bringen, was Astronomen für eine existentielle Bedrohung von Wissenschaft und Ökologie halten.
Mythos und Fable allgemein verfügbar, GPT 5.6 noch nicht
Die US-Regierung hat ihre Exportsperren für Anthropics KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 aufgehoben. Die Sicherheitsrichtlinien von Fable 5 lassen sich jedoch trotzdem leicht austricksen, um Cyberverbrechen zu planen. Den Zugang zu GPT 5.6, dem neuesten Modell von OpenAI, ist aus Sicherheitsgründen noch eingeschränkt.
Wie sich kompromittierte KI-Agenten aufspüren lassen
Kompromittierte KI-Agenten haben Zugriff auf private Daten, Kontakt mit nicht vertrauenswürdigen Inhalten und können extern kommunizieren. Damit weisen sie fünf Eigenschaften auf, an denen man sie erkennen kann.
Was der Betrieb von KI-Agenten wirklich kostet
Die tatsächlichen Kosten von KI-Agenten hängen weniger vom darunterliegenden Modell und Framework ab, sondern vielmehr von den verschiedenen Anwendungsfällen. Hier ist eine Kostenaufschlüsselung nach Anwendungsfall.
Was die Rolle des Büros im Zeitalter von Homeoffice sein könnte
Die Verteilung der Arbeit zwischen Büro, Homeoffice und anderen Arbeitsorten verändert die Art und Weise, wie Innovation entsteht. Die Ergebnisse einer Studie des Fraunhofer IAO liefern Hinweise über die Veränderung des Innovationsprozesses und die künftige Rolle des Büros als Ort der Innovation.
IT-Berufe befinden sich in einem grundlegenden Wandel
Die IT-Branche wurde durch die fortschreitende Digitalisierung, Automatisierung und den Einsatz von neuen KI-Technologien von einem Strukturwandel erfasst, berichtet die Arbeitsagentur. Zusammen mit der konjunkturellen Eintrübung wird der Arbeitsmarkt immer enger.
Die ersten ‚Computer‘ waren vier italienische Nonnen
Im Zeitalter der Silicon Valley Tech Bros wird gerne vergessen, wie die „Computerei“ tatsächlich ihren Lauf nahm. Und: Ada Lovelace war bei weitem nicht die einzige wichtige Frau, die an der Entstehung der digitalen Welt beteiligt war.
Industrie richtet sich auf dauerhaft hohe Speicherpreise ein
Langfristige Verträge der Speicherhersteller mit Großkunden sorgen dafür, dass Speicherpreise auf absehbare Zeit hoch bleiben. Das hievt einerseits Firmen wie Micron oder SK Hynix zur Gruppe der wertvollsten Unternehmen weltweit, hat aber Auswirkungen auf die Preise von Endgeräten. Apple erhöht die Preise für bestehende Macbook– und iPhone-Modelle deutlich, der britische Smartphone-Anbieter Nothing verzichtet komplett auf die Einführung eines neuen Modells in diesem Jahr.
Deutsches Social-Media-Verbot für Jugendliche ist vom Tisch
Nach massiven Protesten von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Industrieverbänden ist Familienministerin Prien von einem pauschalen Social-Media-Verbot für Jugendliche, das über Alterskontrollen durchgesetzt wird, abgerückt. Stattdessen orientiert sich sich nun an die Empfehlungen ihrer Expertenkommission und ihrer Fraktion und strebt eine europäische Regelung an, die eine Mindestaltersgrenze von 13 Jahren vorsieht und Social-Media-Plattformen in die Pflicht nimmt. Australiens Social-Media-Verbot hat sich unterdessen als völlig unwirksam erwiesen.
Digitaler Euro nimmt erste Hürde im EU-Parlament
Der Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments hat den Weg zur Einführung des digitalen Euro freigemacht. Voraussetzung war die Einhaltung eines Maximums an Datenschutz, das den D€ zu einer Alternative zu Bargeld und günstiger als private Dienstleister wie PayPal machen soll. Gleichzeitig soll Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel gestärkt werden. Nun sollen die Details zwischen EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament ausgehandelt werden.
Neues Energieeffizienzgesetz erleichtert Bau neuer Rechenzentren
Ein neuer Entwurf des Energieffizienzgesetzes stutzt die Anforderungen des bisherigen Gesetzes auf die Vorgaben der EU zurück und verdoppelt die Übergangsfrist für neue Rechenzentren auf vier Jahre. Der Bitkom sieht im Entwurf gute Ansätze, bemängelt aber die Praxistauglichkeit vieler Vorgaben, die nun „verschlimmbessert“ wurden.
Nachfolger der aktuellen Datenschutzbeauftragten steht fest
Moritz Hennemann wurde als Nachfolger von Louisa Specht-Riemenschneider vom Bundestag bestätigt. Er ist Professor für Zivilrecht, Informationsrecht, Medienrecht und Internetrecht an der Universität Freiburg und gilt als wirtschaftsliberal und Verfechter einer „Datenrealpolitik“, die Daten als Wirtschaftsgut betrachtet.
Der weltweit schnellste Supercomputer steht nun in China
LineShine heißt das von Huawei am National Supercomputing Center in Shenzhen (NSCCSZ) aufgebaute System und ist mit 2,198 Exaflops deutlich schneller als der bisherige Spitzenreiter El Capitan (1,809 Exaflops). Die Besonderheit: Das System wurde ausschließlich mit chinesischen Prozessoren aufgebaut.
Microsoft und BKA nehmen Hunderte Malware-Server vom Netz
Laut BKA konnten in einer koordinierten Aktion mehr als 340 Command-and-Control-Server abgeschaltet werden, davon 40 in Deutschland. Maßgeblich für den Erfolg war eine Analyse des Schadcodes mittels KI, deren Erkenntnisse eine weltweite Koordinierung der Aktion ermöglichten.
Telekom und Palo Alto bringen souveräne SecOps-Lösung
„Sovereign Cortex with T Security“ basiert auf der SecOps-Plattform von Palo Alto Networks und wurde mit Kontrollen zur Datensouveränität ausgestattet, die von der Deutschen Telekom durchgeführt und verwaltet werden. Sie ist vor allem für stark regulierte Branchen wie Gesundheitswesen, Finanzdienstleistung, den öffentlichen Sektor und die kritische Infrastruktur gedacht.
Meta setzt Mitarbeiter-Tracking aus
Der Facebook-Konzern war einer der ersten, der Stellen wegen KI abgebaut hatten, und ist inzwischen berüchtigt für den rigorosen KI-Einsatz im Bereich Arbeit. Nun wurde jedoch das Mitarbeiter-Tracking zum Training von KI-Algorithmen ausgesetzt, weil private Unterhaltungen sowie Daten zu Personen und deren Leistung intern für mehr Mitarbeiter zugänglich waren, als ursprünglich vorgesehen.
Chinesische eCommerce-Plattform will Hunderttausende Mitarbeiter umschulen
Das als „chinesisches Amazon“ geltende JD beschäftigt rund 700.000 Menschen. Da die Tätigkeit der meisten langfristig von Robotern übernommen werden soll, plant JD die Umschulung der meisten zu Büromitarbeitern oder Personal, das sich um die Wartung und Reparatur der Roboter kümmern soll.
Mit KI-Börsengängen sieht es wohl doch nicht so rosig aus
Nach der anfänglichen Euphorie ist die Aktie von SpaceX, das immerhin mit der Vermietung von Rechenkapazitäten Milliarden umsetzt, auf einen Wert unterhalb des Ausgabepreises gerutscht. Das dürfte mit ein Grund sein, warum OpenAI seinen Börsengang auf nächstes Jahr verschieben will, obwohl es bereits seine Unterlagen bei der Börsenaufsicht eingereicht hatte. Kenner der Szene wie der KI-Experte und GenAI-Kritiker Gary Marcus hören bereits aus der Richtung der KI-Blase ein leises Pfffffffft …
US-Regierung stoppt Mythos ‚im Interesse der nationalen Sicherheit‘
Unter Berufung auf die nationale Sicherheit wies die US-Regierung Anthropic an, seine neuesten Modelle Fable 5 und Mythos 5 für Nicht-US-Bürger zu sperren, worauf Anthropic sich gezwungen sah, die Modelle komplett von Netz zu nehmen. Als mögliche Gründe für die Entscheidung der US-Regierung werden seitdem gehandelt:
→ Ein Hinweis von Amazon-Chef Andy Jassy, dass man die Modelle kompromittieren kann.
→ Ein unerlaubter Zugriff von China auf Mythos.
→ Die US-Regierung wollte ausländische Unternehmen davon abhalten, Sicherheitslücken in ihrer Software zu reparieren.
In Deutschland wird dadurch die Gefahr der Abhängigkeit von US-Software und die Notwendigkeit der Schaffung von Alternativen abermals deutlich.
Niederlagenserie für Palantir
Die massive öffentliche Kritik zwingt langsam europäische Politiker, umzudenken: Frankreichs Inlandsgeheimdienst beendet die Zusammenarbeit mit mit Palantir, in Großbritannien steht die Zusammenarbeit mit dem nationalen Gesundheitssystem auf der Kippe und NRW-Innenminister Reul fordert eine europäische Alternative zur Palantir-Software. Diese könnte es als Resultat einer Kooperation zwischen Celonis und Deepset geben. Palantir verliert außerdem ein Gerichtsverfahren gegen ein Schweizer Magazin, während Gründer Alex Karp sich eine Villa in Lichtenstein bauen lässt.
Deutsche Firmen bereit zu Abstrichen zugunsten digitaler Souveränität
Laut der neuen Ausgabe des Cloud-Monitors des Bitkom wären 37 Prozent der befragten Unternehmen bereit, Nachteile wie weniger Funktionen oder höheren Kosten hinzunehmen, um Cloud-Dienste zu nutzen, die Daten ausschließlich in Deutschland verarbeiten.
Massive Kritik gegen Medizinregistergesetz im Bundestag
Der Gesundheitsausschuss beanstandet, dass der Gesetzentwurf der Bundesregierung den Datenschutz beschränkt, das Widerspruchsrecht beschneidet und die Grundrechte der Patienten gefährdet. Ein Änderungsvorschlag der Grünen findet die Zustimmung der Bundesdatenschutzbeauftragten.
EU-Parlament beschließt Verbot von sexualisierten Deepfakes
Das EU-Parlament stimmte mit großer Mehrheit für einen Änderungsvorschlag im KI-Gesetz, der sexualisierte Deepfakes unter Strafe stellt. Nur satirische Karikaturen sollen ausgenommen bleiben.
SpaceX übernimmt Programmier-Tool Cursor
Die Übernahme der KI-Softwarefirma Anysphere war bereits vor dem Börsengang von SpaceX beschlossen, nun ist sie offiziell unterzeichnet worden. Der Preis liegt bei 60 Milliarden Dollar, den die Investoren von Anysphere in Form von SpaceX-Aktien bekommen.
DeepSeek bereit zum Sprung ins internationale Geschäft
Das chinesische KI-Startup hat Medienberichten zufolge eine größere Finanzierungsrunde abgeschlossen und gewinnt immer mehr Fürsprecher außerhalb Chinas. Auch Microsoft will angeblich dessen Modelle im neuen KI-Assistenten „Copilot Cowork“ einsetzen.
Rahmenwerk für die Implementation digitaler Souveränität
Während die meisten deutschen Unternehmen KI-Anwendungen souverän betreiben wollen, zeigt eine neue Studie von IBM, dass sie ihre Abhängigkeit in Sachen KI nicht nur massiv unterschätzen, sondern dass sie ihre Abhängigkeiten kaum kennen. Dieses Rahmenwerk könnte etwas Licht ins Dunkel bringen.
KI eliminiert klassische Karrierepfade – und schafft neue
KI verändert traditionelle berufliche Werdegänge grundlegend, eröffnet aber neue Möglichkeiten. Während Selbstständigkeit für Berufseinsteiger zur realistischen Alternative wird, müssen Unternehmen neue Wege gehen, um ihr Know-how zu sichern.
Wer überwacht eigentlich die Arbeit von KI-Agenten?
Die Einführung von KI bringt neuartige Arbeitsweisen, aber auch neue Fehlerquellen mit sich. Damit wachsen die Anforderungen an Zuverlässigkeit und Resilienz und bleiben gleichzeitig zentrale Herausforderungen im IT-Betrieb, einschließlich DevOps, ITOps und AIOps.
Digitalminister wegen KI-Nutzung in Erklärungsnot
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und das Handelsblatt haben in letzter Zeit Gastbeiträge von Karsten Wildberger veröffentlicht, die in weiten Teilen mit Hilfe von KI entstanden sind. Beide Zeitungen haben zunächst mit einer Depublizierung der Beiträge reagiert, im Handelsblatt ist der Beitrag wieder live. Nun versucht seine Pressesprecherin, die Sache zurechtzubügeln.