EU-Länder einigen sich beim digitalen Omnibus
Die EU-Staaten haben sich auf eine gemeinsame Position in Sachen ‚Digitaler Omnibus‘ verständigt. Das neue Gesetzespaket soll die bisherigen digitalen Gesetze, von der DSGVO bis zum AI Act, miteinander harmonisieren. Die Prioritäten der Staaten liegen beim Schutz von Betriebsgeheimnissen, einer Lockerung des Datenschutzes und der Freigabe persönlicher Daten für das KI-Training. Kritiker sehen die Reform als Abbau von digitalen Grundrechten.
Bundesregierung will mit Nvidia zusammenarbeiten
Bundeskanzler Merz und Nvidia-Chef Jensen Huang unterzeichneten diesbezüglich eine Absichtserklärung. Die Kooperation zielt primär auf die Entwicklung von Physical AI und KI-gesteuerten Robotern ab. Befürchtungen über ein Zurückfallen von Europa in Sachen KI wies Huang zurück, mahnte aber einen Umbau von Deutschland an.
Europäisches Konsortium tritt gegen Starlink an
Nachdem Elon Musk die Absicht geäußert hat, Starlink zu einem terrestrischen Mobilfunkanbieter auszubauen, planen Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica und Orange, ein eigenes europäisches Satelliten-Mobilfunknetz zu starten. Nun sollen Funkfrequenzen erworben werden, die direkte Mobilfunkverbindungen ins All ermöglichen.
Cloud-Provider häufen Schulden von 2,7 Billionen Dollar an
Microsoft, Meta, Alphabet, Amazon und Oracle sind Leasing-Verträge in Höhe von 1,1 Billionen Dollar über die nächsten fünf Jahre eingegangen und haben darüber hinaus Verpflichtungen für den Bau neuer Rechenzentren über 1,6 Billionen – sofern letztere überhaupt zustande kommen. Microsoft ist kürzlich aus einem Deal über ein neues Rechenzentrum in Großbritannien ausgestiegen, weil die Stromversorgung nicht gesichert war. Die „Schattenschulden“ tauchen bis dato nicht in den Bilanzen der Unternehmen auf.
Stehen Verhaltensscanner in Berlin auf der Kippe?
Die öffentliche Kritik über das Ausmaß an eingeführten sowie geplanten Überwachungsmaßnahmen, allen voran den neu installierten Verhaltensscannern (FAQ), könnte bei den Koalitionsverhandlungen für die künftige Berliner Stadtregierung Kurskorrekturen nach sich ziehen.
Schwerwiegende PHP-Lücke hält das Web immer noch in Atem
Eine kritische PHP-Sicherheitslücke, die bereits im Sommer von KI-Modellen entdeckt wurde, stellt immer noch eine Bedrohung für Millionen von Websites dar. Zahlreiche Websites haben daraufhin PHP-Funktionen abgeschaltet und waren nur eingeschränkt nutzbar. Während die Updates langsam kommen, laufen die Cyberangriffe millionenfach weiter. An der Infrastruktur des Bundes gab es bisher keinen Schaden. Der Städte und Gemeindebund fordert von Bund und Ländern mehr Schutz vor Cyberangriffen.
Was nun grundsätzlich und im Detail zu tun ist, falls Sie noch nicht reagiert haben.
Anthropic stellt persönlichen agentischen KI-Assistenten vor
Rechtzeitig zum anstehenden Börsengang steht „Claude Duet“ als Research Preview zu Verfügung, zunächst nur in den USA und mit Warteliste. Die Aufgaben, die Duet für Nutzer übernimmt, reichen von Terminabsprachen über Dashboards und Prognosen bis zu Prototypen und Web-Apps.
Wie Sie KI-Compliance sicherstellen können
Gute KI-Governance stellt sicher, dass der KI-Einsatz in Bezug auf den AI-Act rechtskonform ist und Unternehmen frei von Haftungsansprüchen bleiben. Hier sind fünf Best Practices für die transparente und rechtssichere KI-Nutzung sowie ein Leitfaden von Bitkom, der speziell auf Haftungsfragen ausgerichtet ist.
Physical AI: Die eigentliche Herausforderung ist die Organisation
Der Einsatz von generativer KI, autonomen Agenten und physischen Systemen in Kombination lässt bei den Unternehmen eine organisatorische Aufgabe entstehen: Sie müssen Verantwortlichkeiten klären, Aufsichtsmechanismen etablieren und das Zusammenspiel von Mensch und System neu strukturieren.
Auch Cybersicherheit ist zum Teil eine organisatorische Aufgabe
Am Beispiel des Cyberangriffs auf die Berliner Stadtverwaltung wurde deutlich, dass Cybersicherheit kein reines IT-Problem ist, sondern auch ein organisatorisches. Erst wenn im Vorfeld die notwendigen Schritte nach einem Vorfall klar sind, lässt sich die Betriebsfähigkeit zumindest teilweise aufrechterhalten.
Google muss Luftaufnahmen von Privatgrundstücken löschen
Die Veröffentlichung von Luftbildaufnahmen eines bewohnten Grundstücks sind ohne die Zustimmung des Besitzers zu unterlassen, sofern Grundstücksbereiche abgebildet werden, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, urteilte das Landgericht Frankfurt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, könnte aber wegweisend sein.
Führende KI-Firmen holt die Realität des Marktes ein
Die von Anthropic angepeilte Unternehmensbewertung von 2 Billionen Dollar wird beim anstehenden Börsengang wohl nicht einzuhalten sein. Zuvor musste OpenAI seinen geschätzten Jahresumsatz von 70 auf 50 Milliarden Dollar herabsetzen. Außerdem:
→ Gartner prognostiziert, dass fast die Hälfte der bis 2030 geplanten Investitionen in neue Rechenzentren sich nicht auszahlen werden.
→ Die EU-Kommission leitet eine Untersuchung gegen OpenAI und Anthropic ein.
→ Acht US-Bundesstaaten verklagen OpenAI wegen seiner Sicherheitsvorfälle.
→ Anthropics KI-Agenten verschicken erfundene Hinweise zu einem Mordfall.
→ Die Sicherheitsvorfälle werden nun in der Öffentlichkeit als das erkannt, was sie sind, nämlich Nachlässigkeiten der Entwickler.
→ Microsoft-Chef Nadella fordert Notbremse für KI-Modelle.
→ Digitalminister Wildberger will eine KI-Steuer einführen.
→ Character AI, dessen Chatbots Nutzer schon zum Suizid ermutigt haben, ist pleite.
Das Digitale Identitätengesetz ist verabschiedet
Das Gesetz ist die rechtliche Grundlage für die Einführung der digitalen Brieftasche „d‑you“ in Deutschland im Januar. Letztere wird wenig an Funktionalität zu bieten haben, dafür aber Lücken und offene Fragen in Sachen Datenschutz.
Geheimdienstreform ist ‚offensichtlich verfassungswidrig‘
Im Innenausschuss des Bundestags kritisierten mehrere Sachverständige den vom Innenministerium vorgelegten Gesetzentwurf als nicht verfassungskonform, weil er die Grenzen zwischen Polizei und Geheimdiensten aufweicht und nur eine unzureichende Kontrolle der Geheimdienste vorsieht.
Cyberangriff auf Supermarkt vernichtet Tiefkühlkost
Nach einem Cyberangriff über eine bekannte Sicherheitslücke in der Steuergeräten der Kühlregale mussten Hunderte Supermärkte in Frankreich gekühlte Ware im Wert von mehreren Millionen entsorgen.
Nvidia steigt bei Doctolib ein
Der Chiphersteller wird Minderheitsaktionär bei der französischen Ärzteplattform, über die Patienten Termine bei Ärzten buchen können. Doctolib setzt auf bestehende KI-Modelle und erhofft sich durch den Einstieg von Nvidia einen besseren Zugang zu KI-Expertise.
‚Zero-Click‘-Methode zur Infektion von Smartphones untersucht
Eine Studie der Universität Toronto beschreibt erstmals im Detail, wie Online-Werbung dazu genutzt werden kann, um Geräte mit einem Staatstrojaner zu infizieren. Hierfür muss ein Nutzer nichts weiter tun, als eine Website mit einem bösartigen Werbebanner aufzurufen.
Bösartige KI könnte bald Smart-Home-Geräte befallen
Anthropic warnt, dass kleinere KI-Modelle schon bald in der Lage sein könnten, sich in Smart-Home-Geräten wie Kühlschränke, Rasenmäher oder Smart-TVs einzunisten und sich von dort aus selbst zu replizieren.
Apple steigt in den Smart-Home-Markt ein
Neben einer neuen Version seines intelligenten Lautsprechers HomePod und einem neuen Apple TV 4K stellte Apple eine Reihe von Überwachungskameras, smarten Türschlössern und Heizkörperthermostaten vor, die das Unternehmen gemeinsam mit LG und Schneider entwickelt hat. Das Steuergerät HomeView ist allerdings noch nicht in der EU erhältlich, weil Apple mit der EU-Kommission wegen der neuen Siri im Clinch liegt.
Kaum Arbeitsplatzabbau wegen KI in Deutschland
Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat sich die Beschäftigung in Berufen, in denen KI besonders viele Tätigkeiten übernehmen könnte, sogar besser entwickelt als in den weniger stark betroffenen Jobs.
Wie KI die Arbeit in der Buchhaltung verändert
Gerade im Accounting reicht es nicht, einzelne Arbeitsschritte zu automatisieren. Ein Umfeld, in dem Genauigkeit, Kontrolle und Nachvollziehbarkeit entscheidend sind, verlangt nach integrierten Lösungen, die verlässlich sind und Vertrauen und Transparenz schaffen.
Jeder fünfte Schüler ist von Cybermobbing betroffen
In einer Umfrage unter etwa 4.500 Schülerinnen und Schülern gaben 43 Prozent an, mindestens einmal Opfer von Mobbing geworden zu sein, jeder zweite von ihnen auch auf Internet-Plattformen wie Social Media, auf Videospiel-Sites oder in Chatgruppen. In einer Umfrage des Bitkom zum Thema Social-Media-Verbot hielten 79 Prozent der Befragten eine Art „KI-Seepferdchen“ für Grundschulkinder für sinnvoll.
KI-Anbieter genießen Narren- und Straffreiheit
→ Während hierzulande das Bundeskabinett ein Gesetz gegen sexualisierte Deepfakes und digitale Gewalt verabschiedet hat, stoppte Elon Musk in einem US-Bundesstaat ein Verbotsgesetz gegen KI-generierte Nacktbilder.
→ OpenAI hat drei Beschäftigte entlassen, die an der Aufarbeitung eines Hacking-Vorfalls durch eigene KI-Modelle beteiligt waren, während ein weiterer Security-Spezialist aus Frust über den Umgang des Unternehmens mit KI-Risiken von sich aus kündigte.
→ Unterdessen wächst die Kritik über die fehlende Strafverfolgung von solchen „unbeabsichtigten“ Hacking-Vorfällen.
→ Eine neue Studie zeigt, dass ChatGPT, Claude, Gemini und Co. Nutzerdaten an Dritte weitergeben – bis hin zu den Chat-Verläufen.
→ OpenAI will außerdem einige Hundert mathematische Probleme gelöst haben, an denen Wissenschaftler bisher gescheitert waren. Die Veröffentlichung der Lösungsmethoden blieb größtenteils auch diesmal aus, was in der Fachwelt für Kritik sogt.
Der neue Bundesdatenschutzverantwortliche tritt sein Amt an
Moritz Hennemann hat sich auf der Bundespressekonferenz und in einem Interview mit der ZEIT zu seinen Prioritäten geäußert. Dazu gehören vor allem die Themen digitale Souveränität und Staatsmodernisierung. Den Plänen für eine Reform des Informationsfreiheitsgesetzes und der Geheimdienstreform steht er eher kritisch gegenüber.
Dänemarks Melderegister wurde gehackt
Unbekannte Täter erbeuteten Namen, Adressen und Sozialversicherungsdaten von rund 8,8 Millionen lebenden und verstorbenen Bürgern. Nur die Daten von Personen, die sich für eine Registrierung mit Namens- und Adressschutz entschieden hatten, blieben sicher.
SpaceX will Milliarden für Nvidia-Chips ausgeben
Laut einem Bericht der Financial Times will SpaceX Nvidia-Prozessoren im Wert von 40 Milliarden Dollar kaufen und ist gerade dabei, die Finanzierung dafür zu organisieren. Elon Musk sei davon überzeugt, dass Nvidia die KI-Chips mit der leistungsfähigsten Architektur produziert.
Kinderrechtsorganisationen warnen vor KI-Risiken
SOS-Kinderdörfer und Terre des Hommes weisen darauf hin, dass die Risikobelastung derzeit die vorhandenen Schutzmaßnahmen übersteigt. KI sei in Bereichen wie Bildung, soziale Medien, Suchmaschinen und Unterhaltung so verbreitet, dass Jugendliche ständig mit ihr interagieren, ohne dass ihnen dies bewusst sei.
Europäische KI-Player stellen neue Modelle vor
„Large 4“ heißt das neue Open-Weight-Modell des europäischen Spitzenreiters Mistral, das über eine Billion Parameter verfügt, wovon 49 Milliarden davon aktiv sein können. Kolibri, der deutschen Aleph Alpha, ist ein Mixture-of-Experts-Modell und verfügt über 78,1 Milliarden Parameter, wovon etwa 3,46 Milliarden aktiv sein können.
Zero Trust hat ein Problem mit KI-Agenten
Experten weisen darauf hin, dass Zero Trust auf dem Konzept basiert, einzelne Requests zu evaluieren. Dieses Konzept geht allerdings von Menschen als Nutzern aus. Seien KI-Agenten involviert, können deren einzelne Requests als harmlos erscheinen. In der Summe fügen sie sich jedoch zu einer Exfiltration zusammen. Und das sei nicht das einzige Problem.
Google stellt lokale KI für den Mac vor
Nach Google AI Edge Eloquent, die Meetings und Gedanken auf Mac und Apple-Mobilgeräten transkribiert, soll Google AI Edge Foresight nun Meetings zusammenfassen und Dokumente des Nutzers verstehen können. Alles läuft lokal und die Inhalte verlassen nicht den Rechner, versichert Google.
Wie KI das Erfahrungswissen in Unternehmen retten kann
Implizites Wissen gründet in der Erfahrung, die Menschen bei ihrer Arbeit entscheidend hilft, aber kaum jemals schriftlich artikuliert wird. KI bietet jetzt die Möglichkeit, dieses Wissen für Unternehmen auch nach dem Abgang wichtiger Wissensträger zu sichern, und Fraunhofer hat eine Blogreihe dazu gestartet (hier und hier).
Wie Organisationen voneinander lernen können
Interorganisationales Lernen (IOL) geschieht immer dann, wenn Akteure verschiedener Organisationen miteinander Erfahrungen teilen. Es unterscheidet sich vom einfachen Networking dahingehend, dass es hier weniger um Beziehungspflege geht, sondern um die bewusste und strategische Transformation von Wissen und Fähigkeiten – zum gegenseitigen Vorteil.
Anthropic will sein KI-Modell nach der richtigen Moral ‚erziehen‘
Statt nur Regeln zu befolgen soll Claude „einen Charakter“ entlang der moralischen Richtlinien entwickeln, die Anthropic in einem Verfassungsdokument festgehalten hat. Einer der Gründer ist sogar davon überzeugt, dass KI nicht einfach nur ein Software-Produkt ist, sondern ein Wesen mit einer Seele.
KI-Pioniere wie Yoshua Bengio warnen davor, KI-Modellen menschliche Eigenschaften zu verleihen, denn sie könnten eines Tages nach einer eigenen (gefährlichen) Logik gegen Menschen handeln. Bengio selbst arbeitet mit seinem Non-Profit-Unternehmen Law Zero an der Entwicklung einer KI, die sich nicht wie eine Person verhalten und keine eigenen Ziele haben soll.