KI für den Krieg
Claude raus, ChatGPT rein: Kurz nachdem das Ultimatum der Regierung Trump an Anthropic, die ethischen Schranken seiner KI-Modelle für den Militäreinsatz abzuschalten, ohne Einlenken von Anthropic verstrichen war, wurde Claude von allen Bundesbehörden verbannt und OpenAI als neuer KI-Lieferant des Pentagon vorgestellt – unter heftigem Protest der ChatGPT-Nutzerbasis. Allerdings enthält auch der Vertrag mit OpenAI die gleichen ethischen Klauseln wie der von Anthropic. Ob der Wechsel etwas mit einer 25-Millionen-Spende an Trumps Wahlkampforganisation zu tun hat oder ob es im Vertrag mit OpenAI Klauseln gibt, nach denen das Pentagon die ethischen Schranken abschalten kann, darüber darf spekuliert werden.
Ausschluss des EU-Parlaments stimmt gegen freiwillige Chatkontrolle
Die Mitglieder des Justizausschusses im EU-Parlament konnten sich nicht darüber einigen, ob das Gesetz über die freiwillige Chatkontrolle zu weit geht oder nicht weit genug. Nachdem die verpflichtende Chatkontrolle gescheitert war hatten sich EU-Kommission und EU-Rat auf eine Verlängerung der freiwilligen Chatkontrolle verständigt.
Starlink soll die Funklöcher der Telekom schließen
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona kündigten die beiden Unternehmen ihre Kooperation an, die ab 2028 operativ sein soll. Starlink arbeitet außerdem an einem Mobilfunkdienst, der 5G-ähnliche Bandbreiten über Satellit anbieten soll.
OpenAI sichert Finanzierungsrunde von 110 Milliarden Dollar
Den Löwenanteil trägt diesmal Amazon mit 50 Milliarden Dollar, Nvidia und Softbank sind mit jeweils 30 Milliarden dabei. Ursprünglich hatte Nvidia vor, 100 Milliarden zu investieren, aber angeblich kollidierte dies mit dem Plan von OpenAI, demnächst an die Börse zu gehen.
Telekom integriert KI-Assistenten in Telefonnetz
Der Chatbot der Telekom wird „Magenta AI Call Assistant“ heißen und Kunden sollen ihn mit jedem Gerät hinzuschalten können, Gespräche in Echtzeit zu übersetzen, sie zusammenfassen oder „Fragen aller Art“ zu beantworten. Der Dienst soll dieses Jahr im Mobilfunknetz live gehen, das Festnetz soll kurz darauf folgen.
Zusammenarbeit von Mensch und Maschine soll sicherer werden
Mehrere Fraunhofer-Institute haben in Kooperation die Plattform NeurOSmart entwickelt, die ein sicheres Zusammenspiel zwischen Menschen und Industriemaschinen ermöglichen soll. Dazu überwacht das KI-gestützte System mithilfe von Lidar-Lasern den Arbeitsbereich, den sich Mensch und Maschine bei der Zusammenarbeit teilen.
KI setzt neue Akzente in der Compliance
Die KI-Verordnung der EU in Verbindung mit der reformierten Produkthaftung macht Unternehmen haftbar, wenn der Einsatz von KI in ihren Business-Anwendungen als missbräuchlich befunden wird. Die Beweislast für das Gegenteil liegt bei den Unternehmen.
Frauen sind in IT-Berufen immer noch unterrepräsentiert
Die Ursache steckt offenbar in den Köpfen der Manager: Laut einer neuen Umfrage des Bitkom sind die Verantwortlichen in 43 Prozent der Unternehmen der Ansicht, dass Männer für Digitalberufe besser geeignet sind. Hürden beim Wiedereinstieg nach der Babypause tun ihr Übriges.
KI definiert die Rolle des CIO neu
Der Begriff „IT“ beschreibt die künftigen Erwartungen an den CIO und seine Organisation nur unzureichend. Verlangt wird vom CIO eher Enterprise Technology Leadership. Unter „IT“ sieht die Unternehmensführung momentan nur Ausführende, gefragt sind aber kreative Gestalter.
Videos der Meta-Brille landen in Afrika – fürs KI-Training
Für das Training seiner KI-Modelle nutzt Meta eine Reihe von Dienstleistern, die wiederum Arbeitskräfte in Billiglohnländern beschäftigen. Deren Job: Die Kategorisierung von Inhalten (Tagging), damit KI-Modelle die Inhalte richtig einordnen können. Wie skandinavische Medien herausgefunden haben, gehören zu diesen Inhalten auch Videos, die mit der Datenbrille des Meta-Konzerns aufgenommen wurden und zum Teil ihre Nutzer bei sehr intimen Tätigkeiten zeigen. Die Brille soll demnächst übrigens auch Gesichtserkennung beherrschen. Immerhin gibt es inzwischen auch Apps, die Smart Glasses in der Nähe aufspüren.
Ob mit oder ohne Palantir – der Überwachungsstaat rüstet auf
In Sachsen-Anhalt ist der Einsatz von Palantir vorerst vom Tisch, in Brandenburg will Innenminister Wilke Palantir noch nicht als Lieferanten ausschließen. Unterdessen setzen die meisten Bundesländer (z.B. Sachsen und Niedersachsen) in ihren neuen Polizeigesetzen auf Verhaltensscanner, verdeckte Kennzeichenerkennung und automatisierte Datenanalyse à la Palantir, während die EU-Kommission um eine Aufweichung der DSGVO verhandelt.
Google will für die EU die Darstellung seiner Suchergebnisse ändern
Um eine Strafzahlung wegen Benachteiligung der Konkurrenz zu umgehen, will Google eine Reihe von Änderungen für seine Suchergebnisse zu Reisen und Restaurants einführen. In der neuen Darstellung sollen die eigenen Angebote gleichberechtigt neben denen der Konkurrenzunternehmen stehen.
Pentagon stellt Anthropic ein Ultimatum
Pete Hegseth, der sein Verteidigungsministerium letztes Jahr in „Kriegsministerium“ umbenannt hat, hat laut einem Medienbericht Anthropic eine Frist bis zum heutigen Freitag gesetzt, um für den militärischen Einsatz seiner KI-Modellen seine Sicherheitsbeschränkungen zu lockern.
Meta kauft KI-Prozessoren bei AMD
Der Facebook-Konzern hat mit AMD die Lieferung von KI-Prozessoren mit einem Gesamtenergieverbrauch von 6 Gigawatt vereinbart. Nach heutigen Prozessorpreisen entspricht das eine Investition von etwa 60 Milliarden Dollar.
Apple führt Altersverifizierung für seinen App Store ein
App-Anbieter werden künftig in mehreren Ländern eine Altersüberprüfung für den Download von Apps einführen können – weil es dort von den lokalen Gesetzen verlangt wird. Unterdessen haben mehrere Kinderschutzorganisationen und der Lehrerverband Zweifel an der praktischen Sinnhaftigkeit von Social-Media-Verboten geäußert.
Microsoft will europäischen Firmen mehr Souveränität bieten
Auf seiner AI Tour durch Europa stellte Microsoft-CEO Satya Nadella drei Souveränitäts-Updates sowie eine National Partner Cloud vor. Mitunter können Azure-Kunden Anwendungen komplett entkoppelt betreiben und auch Microsoft 365 ist jetzt auch ohne Cloud-Anbindung möglich.
Samsung setzt bei neuer Smartphone-Serie voll auf KI-Features
Bis auf ein neues Display, das neugierige Blicke abwendet, beinhaltet die neue S26-Serie keine großen Neuerungen bei der Hardware. Dafür gibt es eine Integration von Perplexity als Ergänzung zum hauseigenen KI-Assistenten Bixby und noch einige weitere KI-Features.
Heimliches Fahrzeug-Tracking über den Reifendruck
Ein Forschungsteam hat die in vielen Autos verbauten Reifendruckkontrollsysteme auf Spionagemöglichkeiten untersucht und festgestellt, dass Angreifer das System nutzen können, um Fahrzeuge zu orten – auch in Garagen.
Accenture sanktioniert die Nicht-Nutzung von KI
Einem Bericht der FT zufolge hat Accenture damit begonnen, die Nutzung interner KI-Tools zu messen und die Beförderung ihrer Manager an der Nutzung dieser Tools zu knüpfen. Die Maßnahme soll sicherstellen, dass auch altgediente Führungskräfte mit der technischen Entwicklung Schritt halten.
Was genau ist Context Engineering?
Context Engineering soll zuverlässigere und effizientere KI-Systeme hervorbringen, die ihre eigenen Datenflüsse managen. Context-Systeme bestimmen, welche Informationen ein KI-Modell „sieht”, bevor es eine Antwort auf Benutzer-Input generiert.
Der Beitrag von KI am US-Wirtschaftswachstum 2025: Null
Das KI-Wunder blieb letztes Jahr aus: Entgegen aller Versprechungen der Regierung Trump ist die US-Wirtschaft letztes Jahr nur um 2,2 Prozent gewachsen. Entsprechend beziffern Analysten von Finanzinstituten wie Morgan Stanley, JPMorgan Chase oder Goldman Sachs den Beitrag von KI am Wirtschaftswachstum der USA auf „im Grunde Null“ ($). Als Konsequenz hat nun Goldman Sachs einen Aktienindex eingeführt, der zwar den S&P 500 widerspiegelt, dabei aber auf alle KI-bezogenen Unternehmen verzichtet – um „die durch den KI-Hype verursachten Verzerrungen zu eliminieren“.
Ausweispflicht für Social Media rückt näher
Nachdem die EU-Kommission angekündigt hat, ein Social-Media-Verbot für Jugendliche zu prüfen, hat die SPD ein Impulspapier vorgestellt, das Altersnachweise für die Nutzung von sozialen Netzwerken fordert. Unterdessen musste sich diese Woche in den USA Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor Gericht zu den Vorwürfen über Social-Media-Sucht äußern.
Gesundheitsministerin will die Daten aller Versicherten verknüpfen
Die Digitalisierungsstrategie des Gesundheitsministeriums sieht den Aufbau einer umfassenden Infrastruktur zur Verwaltung von Gesundheitsdaten vor, lässt jedoch Zweifel über den effektiven Schutz der Patientenrechte aufkommen. Auch die geplante Nutzung von KI wirft Fragen auf.
US-Verteidigungsminister will KI ohne moralische Schranken nutzen
Pete Hegseth ist im Clinch mit seinem KI-Lieferanten Anthropic, weil letzterer auf Beschränkungen bei der Nutzung seiner Modelle durch das US-Militär besteht. Laut Medienberichten will das Pentagon keine KI-Modelle nutzen, „die es nicht erlauben, Kriege zu führen“.
Perplexity will künftig auf Werbung verzichten
Der KI-Anbieter schafft die Anzeigen in seinem Chatbot wieder ab, weil sie nach Angaben des Unternehmens das Vertrauen in die KI untergraben. Und das, obwohl die Anzeigen gekennzeichnet waren und laut Perplexity keinen Einfluss auf die Antworten des Chatbots hatten.
Neue Video-KI von Bytedance entfacht Streit um Urheberrechte
Die neue Version von Seedance produziert hyperrealistische Videosequenzen mit Stars wie Brad Pitt oder mit Charakteren aus Filmen, die urheberrechtlich geschützt sind. Nach Beschwerden von Hollywood-Konzernen wie Disney versprach Bytedance Maßnahmen zu treffen, die das unterbinden.
OpenClaw-Entwickler arbeitet jetzt für OpenAI
Peter Steinberger, der österreichische Entwickler, der den populären KI-Agenten OpenClaw in die Welt setzte, wurde von OpenAI angestellt. Er soll dort die Entwicklung die nächste Generation persönlicher Agenten vorantreiben. Unterdessen ist OpenClaw auch in China ein Hit und viele Techkonzerne integrieren ihn in ihre Systeme.
Lenovo bringt Laptop mit erweiterbarem Bildschirm
Das ThinkBook Plus Gen 6 Rollable ist das erste Laptop auf dem Markt, das seinen Bildschirm nach oben erweitern kann – von 14 auf 16,7 Zoll. Lenovo will demnächst auch Geräte mit horizontal erweiterbarem Bildschirm auf den Markt bringen.
Was der Verbreitung von Quantencomputern noch im Weg steht
Quantencomputing wird eine große Zukunft vorausgesagt, doch bis zur breiten Nutzung dieser Technologie braucht es noch einige Jahre. Schuld daran ist nicht nur die Verfügbarkeit der Hardware und die hohen Kosten, sondern auch eine Reihe anderer Faktoren.
Warum generative KI nicht einfach nur ein Werkzeug ist
Der Verlust von eigenen kognitiven Fähigkeiten bei intensiver Nutzung von KI ist ein Thema, das aktiv bekämpft werden muss, schreibt eine Fraunhofer-Mitarbeiterin uber die eigenen Erfahrungen. Hierfür sollte man differenzieren, welche Aufgaben man an die KI auslagert und wie man KI nutzt, um das eigene Urteilsvermögen zu schärfen.
KI und Inklusion: Wie passt das zusammen?
Diskriminierung ist beim Einsatz von KI leider immer noch ein großes Thema. Deren Bekämpfung kann nur über ein methodisches Vorgehen gelingen, welches das Thema Inklusion bereits bei der Implementation von KI-Systemen berücksichtigt.
PR-Arbeit und Investor Relations in Zeiten von KI
KI-Schwergewichte wie OpenAI oder Anthropic brauchen den Glauben der Anleger in die Fähigkeiten ihrer Produkte, um sie dazu zu bringen, ihre ehrgeizigen Pläne zu finanzieren. Wie das auf eine kreative Weise gelingen kann, haben beide in den letzten Wochen demonstriert. Nach einer Reihe aufsehenerregender Berichte über das KI-Modell von Anthropic erreichte der Blogpost eines Anthropic-Entwicklers mit dem Titel „Something Big Is Happening“, der das Blaue vom KI-Himmel verspricht, in kürzester Zeit 50 Millionen Views. Diese Woche sicherte sich Anthropic eine Finanzierungsrunde von 30 Milliarden Dollar. Auch OpenAI braucht Geld, nachdem Nvidia neulich ihr 100-Milliarden-Investment auf 30 Milliarden herunterskaliert hat. Deren Chef Sam Altman forderte diese Woche unbedingt eine weltweite Regulierung der KI, weil sie ja in einigen Jahren so mächtig sein wird …