Digitale Agenda Die Nachrichten der Woche aus der digitalen Welt, jeden Freitag Nachmittag.

  • Digitale Agenda KW 27 | 2025

    Diese Woche

    Großunternehmen wollen KI-Gesetz der EU stoppen
    In einem offenen Brief appellieren die Chefs europäischer Großunternehmen wie Mercedes-Benz, Airbus, Siemens und andere an die EU-Kommission, ihr KI-Gesetz für die nächsten zwei Jahre auszusetzen, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu sichern. Der Brief ist eine Reaktion auf die Entscheidung von US-Präsident Trump, in den nächsten zehn Jahren der KI-Entwicklung keinerlei Regulierungen aufzuerlegen.

    Neues BKA-Gesetz sieht „vorsorgende Datenspeicherung“ vor
    Trotz Bedenken seitens der Bundesdatenschutzbeauftragten und zahlreicher Experten hat der Bundestag die neue Version des BKA-Gesetzes verabschiedet. Die Kritik bezieht sich hauptsächlich auf die „vorsorgende Speicherung“ persönlicher Daten verdächtiger Personen. Das Gesetz zur Umsetzung des E-Evidence-Pakets der EU lässt hingegen weiterhin auf sich warten. 

    Google und Sparkassen kooperieren bei Alterskontrollen
    Im Verbund mit den Sparkassen startet Google ein Pilotprojekt zur Alltersverifizierung. Hierfür stellt Google seine Wallet-Technologie zur Verfügung, während die Sparkassen das Alter der Internet-Nutzer verifizieren, zum Beispiel bei Einkäufen im Netz.

    Trump will Käufer für TikTok gefunden haben
    Nach Aussage des US-Präsidenten handelt es sich um eine Gruppe „sehr wohlhabender Menschen“, die gemeinsam TikTok übernehmen wollen. Dem Verkauf müsste auch die chinesische Regierung zustimmen, die sich darüber das letzte Wort ausbedungen hatte. 

    München setzt weiterhin auf Open Source
    Trotz des Scheiterns ihres LiMux-Projekts und der Rückkehr zu Microsoft Office will die Stadt München ihren Bestand an Open-Source-Lösungen weiter ausbauen. Von rund 300 digitalen Dienstleistungen, die München anbietet, basieren etwa 100 auf Open-Source-Software. 

    Tech

    Neoclouds könnten KI-Entwicklung günstiger gestalten
    Bei Neoclouds handelt es sich um eine neue Gattung von Cloud-Providern, die sich auf GPU-as-a-Service spezialisiert haben und damit Microsoft, AWS & Co. Konkurrenz machen. Deren Preise sind momentan um mehr als die Hälfte günstiger als die der Hyperscaler. 

    Behörden sollen über das Matrix-Protokoll kommunizieren
    Eine Arbeitsgruppe von IT-Architekten aus Bund und Ländern hat für die sichere Kommunikation zwischen Behörden das quelloffene Matrix-Protokoll empfohlen. Auch die Bundeswehr verwendet Matrix als Grundlage ihrer Messaging-App.  

    Utiq betreibt Tracking über die Festnetzanschlüsse
    Das belgische Unternehmen Utiq trackt neben Mobilfunk- nun auch Festnetzanschlüsse und registriert das Surfverhalten der Nutzer, auch nachdem sie ihre Cookies gelöscht haben. Zu seinen Kooperationspartnern gehört auch die Deutsche Telekom.

    Digitale Arbeit

    Wie KI die Softwareentwicklung verändert
    Die Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass KI die Softwareerstellung in den nächsten Jahren enorm beschleunigen wird. Unter anderem sollen bis 2028 rund 90 Prozent aller Softwareentwickler KI-Code-Assistenten verwenden und ihre Tätigkeit soll sich von der Implementierung hin zur Orchestrierung verlagern. 

    OpenAI verordnet Belegschaft einwöchige Pause
    Offenbar aufgerüttelt von der Abwerbung einiger wichtiger Mitarbeiter durch Meta und den Kündigungen von Spitzenkräften die Monate davor, hat das Management von OpenAI seiner Belegschaft eine Woche Urlaub angeordnet, um die angespannte Stimmung abzumildern. 

    Zu guter Letzt ...

    KI-Modell sagt menschliches Verhalten voraus
    Das von einem internationalen Forscherteam erstellte KI-Modell Centaur kann ziemlich zuverlässig das menschliche Verhalten in bestimmten Situationen vorhersagen. Um dies zu lernen, wurde es mit 10 Millionen Entscheidungen aus 160 psychologischen Experimenten trainiert. Die Vorhersagen beziehen sich deshalb nur auf Situationen, die die Experimente abdecken, und nicht auf komplexe Alltagssituationen, betonen die Forscher.

  • Digitale Agenda KW 26 | 2025

    Diese Woche

    Bayerische Polizei will ‚Predictive Policing‘ einführen
    Mithilfe einer Software des geheimdienstnahen US-Herstellers Palantir will die Bayerische Polizei Verbrechen voraussagen und präventiv eingreifen können. Die Software ist unter Verfassungsrechtlern umstritten und die Praxis zeigt, dass sie, wenn sie schon installiert ist, nicht nur für Schwerverbrechen, sondern auch für niederschwellige Straftaten verwendet wird.

    Chatkontrolle wieder auf der Agenda der EU-Kommission
    Der nächste, bitte: Nachdem die letzten drei Länder, die die EU-Ratspräsidentschaft innehatten, mit der Einführung einer anlasslosen Messenger-Überwachung gescheitert sind, will es nun Dänemark versuchen. Österreich will derweil die eben beschlossenen Überwachungsmaßnahmen weiter ausdehnen.

    Meta und Anthropic überstehen Urheberrechtsklagen
    Bei der Klage gegen Meta hatte der Richter nach eigenen Worten keine andere Wahl, als die Klage abzuweisen, weil „die Kläger die falschen Argumente vorgebracht“ hatten. Anthropic konnte nachweisen, dass es zumindest einen Teil der Bücher, mit denen die KI trainiert wurde, tatsächlich gekauft hatte. 

    Silicon Valley weiterhin im KI-Investmentwahn
    Nachdem sich das Startup des ehemaligen Chefentwicklers von OpenAI, Ilya Sutskever, eine Finanzierungsrunde zu einem Unternehmenswert von 32 Milliarden sichern konnte, hat nun seine ehemalige Kollegin Mira Murati für ihr eigenes Startup 2 Milliarden gesichert, zu einer Valuierung von 10 Milliarden. Beide haben noch kein Produkt vorzuzeigen. Meta warb derweil drei weitere Entwickler von OpenAI ab, mit Antrittsprämien in Millionenhöhe. 

    DeepSeek droht Rauswurf aus deutschen App-Stores
    Die Berliner Datenschutzbehörde will die chinesische KI-App aus den in Deutschland verfügbaren App-Stores entfernen lassen. Laut Behörde ist die App nicht DSGVO-konform, weil sie rechtswidrig Nutzerdaten nach China überträgt. 

    Tech

    Übermäßige KI-Nutzung lässt kognitive Fähigkeiten verkümmern
    Die dauerhafte Übertragung grundlegender kognitiver Tätigkeiten wie Schreiben und Lesen an ChatGPT & Co. schwächt das eigene Denkvermögen, hat eine Studie des MIT experimentell nachgewiesen. KI hat außerdem inzwischen einen großen Einfluss auf unser Vokabular und unsere Sprechweise, mit potentiell schwerwiegenden Folgen. Der deutsche Philologenverband schlägt Alarm und fordert eine KI-Strategie sowie eine Reform der Lehrmethoden. 

    Wirbel um KI-Gadget von OpenAI
    Die Zusammenarbeit zwischen dem ChatGPT-Betreiber und io Products, der Firma des ehemaligen Apple-Chefdesigners Jony Ive, begann mit einem verloreneren Rechtsstreit gegen einen potenziellen Konkurrenten. Nun steht zumindest fest, dass das KI-Gadget von OpenAI kein Wearable sein wird. 

    Neuer Standard für die Kommunikation zwischen KI-Agenten
    Das von Google entwickelte Open-Source-Protokoll Agent2Agent (A2A) soll für eine plattformübergreifende Zusammenarbeit zwischen KI-Agenten sorgen. Seine Weiterentwicklung wollen nun Google und die Linux Foundation gemeinsam vorantreiben.  

    Digitale Arbeit

    Wie hybride Arbeitsmodelle tatsächlich gelingen können
    Das Beispiel einer Freiburger Firma zeigt, dass Homeoffice-Regelungen und hybride Arbeit tatsächlich klappen kann, wenn die Spielregeln einvernehmlich beschlossen werden und der dazugehörige Prozess gut moderiert wird.

    Amazon-Chef warnt Mitarbeiter vor Stellenabbau durch KI
    Amazon-CEO Andy Jassy hat in einem internen Memo seine Mitarbeiter vorgewarnt, dass demnächst viele von ihnen durch KI-Agenten ersetzt werden könnten. Amazon soll intern an über tausend entsprechenden KI-Projekten arbeiten.

    Zu guter Letzt ...

    Das Trump-Phone wird mitnichten ‚made in USA‘ sein
    Bereits eine Woche nach Ankündigung des goldfarbenen Trump-Phones war keine Rede mehr davon und sein Bildschirm ist im Vergleich zur ursprünglichen Ankündigung von 6,8 auf 6,25 Zoll geschrumpft. Nun soll es lediglich „proudly American“ sein.

  • Digitale Agenda KW 25 | 2025

    Diese Woche

    Das Thema ‚Digitale Souveränität‘ kommt in Fahrt
    Während die deutsche Industrie einen Ausweg aus der Abhängigkeit von US-Unternehmen sucht, verspricht Microsoft EU-Unternehmen einen besseren Schutz ihrer Daten vor dem Zugriff durch US-Behörden und kündigt eine On-Premises-Version von Microsoft 365 als Ergänzung zu seiner ‚Sovereign Cloud‚ an.

    Die KI-Gigafabrik deutscher Konzerne ist vorerst gescheitert
    Telekom, Schwarz-Gruppe (Lidl), IONOS (1&1), SAP und Siemens waren sich über wesentliche Fragen nicht einig. Statt dem gemeinsamen Projekt starten sie nun eigene Initiativen. Den Anfang machte die Telekom mit einem gemeinsamen Projekt mit Nvidia, das von der Bundesregierung unterstützt wird. 

    Bundesregierung diskutiert Social-Media-Verbot
    Die Bundesregierung hat über mehrere Ministerien ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 (€) ins Spiel gebracht, während sich Meldungen über Jugendgefährdung im Internet und durch KI häufen. ChatGPT-Betreiber OpenAI geht derweil eine Partnerschaft mit Barbie-Hersteller Mattel ein. 

    Österreich auf Überwachungskurs
    Zur „Vorbeugung bestimmter, besonders schwerwiegender verfassungsgefährdender Angriffe“ will Österreich die Installation von Staatstrojanern auf digitalen Geräten erlauben. Die Überwachung muss im Einzelfall vom Bundesverwaltungsgericht genehmigt werden. 

    Instagram sperrt Accounts politischer Parteien
    Ohne Angabe von Gründen haben zahlreiche Kreisverbände der Grünen Jugend, der Linken sowie der Partei der Humanisten den Zugang zu ihren Instagram-Accounts verloren. Die Plattformbetreiber sind jedoch nach EU-Gesetz zur Auskunft verpflichtet.

    Tech

    Smartphones sollen länger haltbar werden
    In ihrem Bestreben, den Elektroschrott zu minimieren, hat die EU Smartphone-Hersteller dazu verpflichtet, Ersatzteile und Updates über mehrere Jahre bereitzustellen. Außerdem sollen die Akkulaufzeit, Widerstandsfähigkeit bei Stürzen und Reparierbarkeit künftig angegeben werden.

    KI-gestützte Emotionserkennung kommt zur Anwendung
    Emotional intelligente Systeme sollen nicht nur was wir sagen erkennen, sondern auch die emotionale Verfassung des Sprechers erfassen und ihr Verhalten darauf anpassen. Die potenziellen Anwendungsfelder reichen von der Medizin bis zur Automobiltechnik.

    AI eats sales jobs: Microsoft entlässt Verkäufer
    Microsoft soll laut Medienberichten mehr als 1.000 Stellen, vornehmlich im Vertrieb streichen. Vordergründig sollen die Einsparungen den Investitionen in KI zugute kommen, doch es ist längst bekannt, dass KI Vertriebsprozesse zunehmend automatisiert.

    Digitale Arbeit

    Der digitale Arbeitsplatz ist kein Selbstläufer
    Homeoffice und hybride Arbeit sollten langfristig eine Selbstverständlichkeit sein, doch noch hakt es bei den Unternehmen. Ein gern übersehenes Hindernis dabei ist der wenig durchdachte digitale Arbeitsplatz.

    Work-Life-Balance: Deutschland hui, USA pfui
    Laut Global Life-Work Balance Index 2025 rangiert Deutschland weltweit auf Platz 4 und hat mit 74,65 Punkten mehr als doppelt so viele als die USA (31,14), die auf den vorletzten Platz vor Nigeria geführt werden. In Deutschland werde „intelligenter statt härter“ gearbeitet, so die Juroren. 

    Zu guter Letzt ...

    Österreich will Dickpics und Cyberflashing verbieten
    Das unerwünschte Versenden von Bildern primärer Geschlechtsteile war bis jetzt in der Alpenrepublik nicht strafbar, doch die neue Regierung will das ändern. Allerdings ist ein Gesetzestext, der tatsächlich ein effektives Verbot bewirkt, alles andere als einfach.